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Erwin Geschonneck * 1906 Bartenstein Kreis Friedland Ostpreußen † 2008 Berlin

Autogramme
Deutscher Schauspieler

Erwin Geschonneck, geboren 27. Dezember 1906 in Bartenstein, Kreis Friedland, Ostpreußen;
verstorben 12. März 2008 in Berlin

Seine größten Erfolge erlebte er in der DDR, wo er als einer der gefragtesten und profiliertesten Darsteller galt.

In einer Kritikerumfrage wurde Geschonneck 1992 zum besten Schauspieler der ehemaligen DDR gewählt.
1993 erhielt Geschonneck den deutschen Filmpreis für sein Gesamtschaffen.
Am 28. Dezember 2004 wurde Geschonneck zum Ehrenmitglied der neu gegründeten Deutschen Filmakademie ernannt.

Erwin Geschonneck wurde am 3. Mai 2008 in Anwesenheit hunderter Anhänger und Wegbegleiter in nächster Nähe zu den Gräbern von Brecht, Weigel, Dessau, Eisler, Langhoff und Tabori auf dem Dorotheenstädtischen Friedhof in Berlin beigesetzt.

Sein schriftlicher Nachlass befindet sich im Archiv der Akademie der Künste in Berlin.

Geschonneck lebte mit seiner vierten Frau Heike bis zu seinem Tode am Alexanderplatz in Berlin.
Er hinterließ zwei Söhne, den deutschen Regisseur Matti Geschonneck sowie den Computer-Forensik-Spezialisten und Buchautor Alexander Geschonneck, und eine Tochter aus der Ehe mit der Schauspielerin Doris Weikow, die Journalistin Fina Geschonneck.

Von 1946 bis 1948 arbeitete Geschonneck an den Hamburger Kammerspielen u. a. mit Helmut Käutner sowie Ida Ehre und spielte in verschiedenen Filmproduktionen, so u. a. 1947 im Episodenfilm „In jenen Tagen“.
1949 holten ihn Bertolt Brecht und Helene Weigel an das Berliner Ensemble.
Dort spielte er mit allen namhaften Regisseuren große Rollen wie den Matti in Herr Puntila und sein Knecht Matti von Brecht, den Dorfrichter Adam in Kleists Der zerbrochne Krug und den Don Juan in Molières gleichnamigem Stück.
Zugleich begann mit der Verfilmung von „Der Biberpelz“ eine erfolgreiche Karriere bei der DEFA und dem DFF, in deren Verlauf er mit vielen wichtigen Regisseuren der DDR arbeitete.
So spielte er 1950 den Holländer-Michel in Das kalte Herz, dem ersten DEFA-Farbfilm.

1958 spielte Erwin Geschonneck in Konrad Wolfs kritischem Film Sonnensucher über den Uranbergbau der Wismut AG, der bis 1972 in der DDR verboten war. Der Film Leute mit Flügeln wurde ab 1961 nicht mehr aufgeführt, einige weitere Filme, in denen er mitwirkte, wurden verboten, wie Das Stacheltier – Darf der denn das? bzw. Gerhard Kleins Film Berlin um die Ecke, oder zensiert wie Das Beil von Wandsbek nach Arnold Zweig.

Viele Rollen wurden dem Schauspieler teilweise auf den „Leib geschrieben“, so beispielsweise auch die Hauptfigur des Karl Achilles, der sich in dem 1975 gedrehten Film Bankett für Achilles an seinem letzten Arbeitstag im Chemiekombinat Bitterfeld an 30 Jahre Arbeit zurückerinnert.
Nicht zuletzt Erwin Geschonneck war es zu verdanken, dass die meisten dieser Filme überhaupt gedreht oder aufgeführt wurden.
Als langjähriger Genosse und Antifaschist – und zudem beliebter Schauspieler – genoss er eine Art Narrenfreiheit. Er nutzte diese Stellung, um immer wieder den Finger auf die Wunden zu legen. Nach außen – mit sechs Nationalpreisen hochdekoriert – unantastbar, blieb Geschonneck oft unbequem und wurde – wie er selbst in seiner Biografie schreibt – aus gutem Grund nie in Parteifunktionen gewählt.

Herausragend war 1963 seine Darstellung des Lagerältesten Walter Krämer in Frank Beyers Romanverfilmung Nackt unter Wölfen, in die seine eigene Erfahrung als KZ-Insasse eingeflossen ist.
Im gleichen Jahr spielte er eine seiner populärsten Rollen, den Karbid-Kalle in der am Kriegsende angesiedelten und auf wahren Begebenheiten basierenden Komödie Karbid und Sauerampfer.
Schließlich besetzt Beyer ihn 1974 als Friseur Kowalski in der Verfilmung des Jurek Becker Romans Jakob der Lügner: Die Handlung spielt Ende 1944 in einem polnischen jüdischen Ghetto und schildert das Leben des Juden Jakob Heym in den letzten Wochen vor der Räumung des Ghettos.
Dieser Film wurde als einziger DEFA-Film für den Oscar nominiert.

1993 holte ihn Heiner Müller für Duell Traktor Fatzer letztmals an das Berliner Ensemble zurück, 1995 stand er für den Fernsehfilm Matulla und Busch ein letztes Mal vor der Kamera.

Auszeichnungen

1954 Nationalpreis II. Klasse für sein Gesamtschaffen
1954 Erich-Weinert-Medaille
1954 Artur-Becker-Medaille
1960 Darstellerpreis auf den Internationalen Filmfestspielen in Karlovy Vary, Nationalpreis II. Klasse für Leute mit Flügeln
1961 Nationalpreis I. Klasse im Kollektiv für Gewissen in Aufruhr
1965 Vaterländischer Verdienstorden in Silber
1966 Erich-Weinert-Medaille
1968 Nationalpreis I. Klasse im Kollektiv für Die Fahne von Kriwoj Rog
1969 Verdienstmedaille der Nationalen Volksarmee in Silber
1971 Artur-Becker-Medaille in Gold
1974 Theodor-Körner-Preis
1975 Medaille für Waffenbrüderschaft
1975 Internationale Filmfestspiele Wolgograd: Goldmedaille
1975 Nationalpreis II. Klasse im Kollektiv für Jakob der Lügner
1976 Vaterländischer Verdienstorden in Gold
1977 Goldener Lorbeer des Fernsehens der DDR
1981 Karl-Marx-Orden
1982 Kunstpreis der FDJ im Kollektiv für Der Mann von der Cap Arcona
1985 Kunstpreis des FDGB
1986 Nationalpreis I. Klasse
1987 Ehrendiplom beim Kinderfilmfestival ,,Goldener Spatz´´ in Gera für Ein Wigwam für die Störche
1993 Deutscher Filmpreis für sein Gesamtschaffen
1997 Die Goldene Henne der Superillu für sein Lebenswerk
2004 Ehrenmitglied der neu gegründeten Deutschen Filmakademie


Original-Autogramm; handsigniert


ALTER/ZEIT/STEMPEL: 1984

VERLAG/PUBLISHER/EDITEUR: Planet Verlag Berlin

VERLAGSKENNZEICHEN/INFO: Fernsehen der DDR/Foto: Helmut Raddatz

ABMESSUNGEN (in cm): ca. 14,8 x 10,5

ERHALTUNG/CONDITION: Sehr gut (I). neu & ungebraucht

STAND/BEARBEITUNG: 06.12.2021
Preis: 14.00 €
 
Anzahl:   1






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