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Brigitte Mira * 20.4.1910 Hamburg - Elisabeth Wally Stramm † 8.3.2005 Berlin - Angst essen Seele auf - Drei Damen vom Grill - 1983: Das Traumschiff: Kenia - 1986–1991: Die Wicherts von nebenan

Autogramme
Deutsche Volksschauspielerin, Kabarettistin sowie Chanson- und Operettensängerin

Brigitte Mira, geboren 20. April 1910 in Hamburg als Elisabeth Wally Stramm;

verstorben 8. März 2005 in Berlin

Am 13. Oktober 2004 erlitt Mira einen Schwächeanfall, von dem sie sich nicht mehr erholte.
Sie starb am 8. März 2005 im Alter von 94 Jahren und wurde am 16. März 2005 auf dem Luisenfriedhof III am Fürstenbrunner Weg in Berlin-Westend beigesetzt.
Ihre Grabstätte gehört zu den Ehrengräbern des Landes Berlin.

Sie war bekannt als Berliner Original aus Fernsehserien wie Drei Damen vom Grill, Drüben bei Lehmanns sowie durch die Hauptrolle in Fassbinders Melodram Angst essen Seele auf, für die sie 1974 den Deutschen Filmpreis als beste weibliche Hauptdarstellerin erhielt.

Brigitte Mira verkörperte – ähnlich wie Günter Pfitzmann und Harald Juhnke, die mit ihr in Drei Damen vom Grill spielten – wie kaum eine andere Schauspielerin das alte West-Berlin.
Der Kulturjournalist Hellmuth Karasek nannte sie eine „Ikone des Berliner Selbstbewußtseins, das sich aus Selbstironie wie aus Emanzipation speist“, The Guardian „the archetypal funny old Berlinerin with a heart.“

Brigitte Mira war fünf Mal verheiratet, in erster Ehe 1939 mit dem Schauspieler Peter Schütte, in zweiter Ehe 1941 mit dem Intendanten Paul Cornelius.
Ihre beiden Söhne, Thomas (* 1950 oder 1951) und Robert (1949–2014), stammen aus Miras dritter Ehe mit dem Reporter Reinhold Tabatt.
Auch die vierte Ehe mit einem Ingenieur wurde geschieden.
1974 heiratete sie schließlich den Regisseur Frank Guarente, mit dem sie bis zu dessen Tod im Jahr 1983 verheiratet war und mehr als 25 Jahre zusammenlebte.
Später, bereits hochbetagt, gab sie an, mit einem jüngeren Geliebten zusammenzuleben.

Brigitte Mira war die Tochter des aus Russland eingewanderten Pianisten Siegfried Stramm (Siegfried Mira) und seiner Ehefrau Elisabeth, geborene Sträßer.
Sie wuchs in Düsseldorf auf und begann im Alter von acht Jahren eine Ballett- und Gesangsausbildung.
In der Spielzeit 1928/29 war sie als Gruppentänzerin unter dem Namen „Valencia Stramm“ am Städtischen Theater Düsseldorf engagiert und wechselte mit fast der ganzen Düsseldorfer Tanztruppe zur nächsten Spielzeit als Mitglied des Tanzchors an das Opernhaus Köln, wo sie u. a. an der weltweit ersten Aufführung von Igor Strawinskis Le sacre du printemps außerhalb der Ballets Russes mitwirkte.
Ende der 1920er Jahre debütierte sie als Sängerin in der Rolle der Esmeralda in Friedrich Smetanas Die verkaufte Braut in Köln.

Ihre ersten Erfahrungen beim Film sammelte Mira, die nach den NS-Rassegesetzen als „Halbjüdin“ galt, dies jedoch mit falschen Papieren verbarg, in der als NS-Propaganda gedachten Kurzfilmreihe Liese und Miese, die im Beiprogramm zur Deutschen Wochenschau in den Lichtspielhäusern lief.

Ihr Spielfilmdebüt hatte Mira 1948 in einer kleinen Rolle in der Nachkriegs-Satire Berliner Ballade mit Gert Fröbe als Otto Normalverbraucher.

Neben ihrer Bühnentätigkeit in musikalischen Lustspielen und Volksstücken wirkte sie ab den 1950er Jahren in Schlagerfilmen und Filmkomödien mit.
Lange Zeit auf Nebenrollen als komische Tante oder Haushälterin festgelegt, galt sie in Operetten, Singspielen und Unterhaltungssendungen im Fernsehen als „Soubrette vom Dienst“.

Rainer Werner Fassbinder entdeckte Mira 1972 am Schauspielhaus Bochum, wo sie unter der Leitung von Peter Zadek spielte, und verhalf ihr mit dem Film Angst essen Seele auf zu ihrem Durchbruch als international anerkannte Charakterdarstellerin.
Bei den Filmfestspielen von Cannes 1974 für ihre Rolle als verwitwete Putzfrau, die sich in einen zwanzig Jahre jüngeren Marokkaner verliebt, gefeiert, wurde Mira im selben Jahr auch mit dem Deutschen Filmpreis als beste Darstellerin ausgezeichnet.

Dem Fernsehpublikum war sie vor allem als Oma Färber in der beliebten Vorabendserie Drei Damen vom Grill bekannt, die von 1977 bis 1991 produziert wurde.

Auszeichnungen

1974: Deutscher Filmpreis für ihre darstellerische Leistung in Angst essen Seele auf
1981: Verdienstkreuz Erster Klasse des Verdienstordens der Bundesrepublik Deutschland
1989: Filmband in Gold für ihr langjähriges und hervorragendes Wirken im deutschen Film
1992: Bambi
1995: Großes Verdienstkreuz des Verdienstordens der Bundesrepublik Deutschland
1996: Verdienstorden des Landes Berlin
1999: Silbernes Blatt der Dramatiker Union
2000: Goldene Kamera für ihr Lebenswerk
2003: Goldener Wuschel von Brisant für ihr Lebenswerk
2005: Berliner Bär (B.Z.-Kulturpreis) für ihr Lebenswerk
2012: Stern auf dem Boulevard der Stars in Berlin


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